CURATED BY

May Not the Soul Be as Balloons

4. September – 2. Oktober 2021

Öffnungszeiten

Di–Fr, 12 Uhr–18 Uhr

Sa, 12 Uhr–16 Uhr

Eröffnung

27. August 2021

17 Uhr–20 Uhr

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Wir freuen uns sehr, die Ausstellung „May Not the Soul Be as Balloons“ ankündigen zu dürfen, die im Rahmen des Galerienfestivals „Curated by“ in unseren Wiener Räumen stattfindet und von einem Textgenerator kuratiert wird. Die 14 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler lassen sich dabei auf das Experiment ein, ihre Werke im Dialog mit Algorithmen und Künstlicher Intelligenz zu schaffen.

 

Die Ausstellung „May Not the Soul Be as Balloons” nimmt unmittelbaren Bezug zu dem Leit-Essay von Estelle Hoy, der das diesjährige Curated-by-Thema „Comedy“ inhaltlich umreißt und definiert. Hoys Text wird wortgetreu erfasst und auf semantischer Grundlage in ein kuratorisches Konzept umgewandelt.

 

Ermöglicht wird dies mit Hilfe des KI basierten Textgenerators und Computer Systems „Poetry Machine“, das von dem Künstler und Medientheoretiker David Link erfunden, entwickelt und programmiert wurde. 

 

Poetry Machine ist in der Lage, eigene Überlegungen anzustellen und Texte zu verfassen. Sie wird mit vier, fünf Worten gefüttert und sucht sich aus dem Internet assoziativ weitere, passende Wort- und Satzbestandteile heraus, die sie immer weiterspinnt und zu kompletten Texten zusammensetzt.

 

Diese Fähigkeit wurde nun genutzt, um die Ausstellung „May Not the Soul Be as Balloons“ zu kuratieren. 14 kurze Abschnitte aus dem Leit-Essay von Estelle Hoy, meist nur aus einigen wenigen Worten oder Sätzen bestehend, wurden in die Poetry Machine eingegeben. Mithilfe ihres Algorithmus generierte sie daraus völlig autonom 14 ausführliche Werkbeschreibungen.

 

Auf Basis dieser Werkbeschreibungen schufen anschließend 14 Künstlerinnen und Künstler die Werke der Ausstellung. Manche setzten die Texte der Poetry Machine fast wortgetreu um, manche ließen sich davon inspirieren und wählten einen assoziativen Ansatz, manche begriffen die Inhalte im klassisch-kuratorischen Sinn und suchten aus ihrem früheren Schaffen passende Arbeiten heraus. Alle traten aber in unmittelbare Resonanz und direkten Dialog mit den poetisch-maschinellen Gedanken der Poetry Machine, die auf diese Weise im besten Sinne des Wortes zur Kuratorin der Ausstellung wurde.

 

Im Galerieraum werden die Arbeiten in der Reihenfolge angeordnet, in der die Poetry Machine die Werkbeschreibungen verfasst hat. Über eine Sound-Installation hört der Besucher die Texte, die von der Schauspielerin Mavie Hörbiger gelesen werden.

 

Die Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten in der Ausstellung „May Not the Soul Be as Balloons“ zu sehen sind, kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Kunst: Ramesch Daha, Carola Dertnig, Verena Issel, Raphael Hefti und Franziska Reinbothe verbindet der konzeptionelle und kontextuelle Ansatz ihrer Arbeiten. Maja Vukoje, Tomas Kleiner, Rosemarie Trockel und Anna Khodorkovskaya suchen in ihrer Kunst nach der performativen oder visuellen Umsetzung hybrider, gesellschaftlicher Gegebenheiten. Heidi Specker und Ricardo Valentim befassen sich immer wieder mit dem Medium der Fotografie. Eckart Hahn, Leszek Skurski und Justine Otto haben sich der figurativen Malerei verschrieben.

 

Poetry Machine wurde 2001 von David Link geschaffen und seither mehrfach weiterentwickelt. Sie versteht sich als ein auf semantischen Netzwerken basierendes, textgenerierendes Computer-System, das sich autonom aus dem Internet speist und riesige, assoziative, nicht endende Kommunikationsströme erzeugt. Seit ihrem Entstehen trat Poetry Machine bereits im Rahmen zahlreicher Ausstellungen in Erscheinung, unter anderem im MAK in Wien, im ZKM in Karlsruhe und auf der documenta 13 in Kassel. Mit „May Not the Soul Be as Balloons“ kuratiert sie nun erstmals eine eigene Ausstellung.

English version

Works on View