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Susi Gelb, Kapwani Kiwanga, Ndayé Kouagou, Joanna Louca, Stefan Ludes, Charlotte Posenenske, Stefan Reiterer, Sung Tieu, Ben Wadler, Hamid Zénati
Curated by Damian Lentini
5. September – 11. Oktober 2025
Öffnungszeiten
Di.–Fr., 11–18 Uhr
Sa., 12–16 Uhr
Getreidemarkt 14
1010 Wien


In Anlehnung an das diesjährige zentrale Thema „Fragmented Subjectivity“ zeigt Crone die Gruppenausstellung „Fold“, die sich mit dem Konzept des Faltens und Entfaltens in den Werken verschiedener Künstler*innen befasst. Die Ausstellung wird kuratiert von Damian Lentini, dem stellvertretenden Leiter des Ludwig Forum Aachen, und versammelt Arbeiten von Susi Gelb, Kapwani Kiwanga, Ndayé Kouagou, Joanna Louca, Charlotte Posenenske, Stefan Ludes, Stefan Reiterer, Sung Tieu, Ben Wadler und Hamid Zénati.
Ausgehend von Gilles Deleuzes Konzept der Barockarchitektur als endlosem Prozess der Einfaltung – mit Beispielen aus der griechischen, römischen, romanischen, gotischen und klassischen Architektur – werden die verschiedenen Faltungen der ausgestellten Werke in einer Dynamik von Ausgliederung und Überschuss, Reproduktion und Erweiterung verortet. Auf diese Weise wird untersucht, wie zeitgenössische Künstler Falten zwischen einer reichhaltigen Vielfalt von Formen, Bildern, Objekten, Texten, Indizes und Schriften konstruieren und erzeugen – ein Prozess des Hinzufügens und Verpflanzens, aus dem weitere Serien von Faltungen entstehen können.
Die Werke der Ausstellung, die als glatte Kurve oder Vektor sowohl im physischen als auch im konzeptuellen Raum verstanden werden, bedienen sich allesamt ausgeklügelter Strategien des Verbergens/Enthüllens und der Absorption/Brechung, um zu zeigen, wie zeitgenössische Subjektivitäten einerseits durch partielle oder flüchtige Momentaufnahmen andererseits durch vermeintlich singuläre oder festgelegte Wahrnehmungsweisen konstituiert werden. Dies manifestiert sich in vielen Werken, die sich durch Momente der Ungewissheit hinsichtlich ihrer möglichen Entschlüsselung auszeichnen, während andere wechselnde oder transzendentale Formen der ästhetischen Rezeption hervorrufen, die wiederum die Vorrangstellung oder Beherrschung des Blicks in Frage stellen.
In ständiger Veränderung begriffen, bergen solche Prozesse der künstlerischen (Ent-)Faltung das Potenzial, nicht nur neue räumliche und formale Konfigurationen zu generieren, sondern auch neue Formen der Wissensproduktion, die zwischen ausgewählten Gruppen und Öffentlichkeiten geteilt werden können. So betrachtet dient der Akt des Faltens dazu, das Konzept des modernen Subjekts zu destabilisieren, ebenso wie die Vorstellungen von Eigentum, Kontrolle und optischer Souveränität, die die Diskussionen über den Betrachter von der Aufklärung bis zur Gegenwart begleitet haben.
