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F R A N Z   W E S T  & 

B R U N O   G I R O N C O L I

Logical Disorder

1. Mai–20. Juni 2026

Öffnungszeiten

Mi.–Sa., 11:00–18:00 Uhr

Fasanenstraße 29

10719 Berlin


Wir freuen uns sehr, anlässlich des Gallery Weekend Berlin 2026 „Logical Disorder“ präsentieren zu dürfen – die erste gemeinsame Ausstellung von Franz West und Bruno Gironcoli.


Franz West und Bruno Gironcoli zählen zu den prägendsten österreichischen Künstlern der letzten Jahrzehnte. Ihre Skulpturen und Objekte zeichnen sich durch eine eigenständige, sofort wiedererkennbare Handschrift aus und haben die internationale Kunstwelt nachhaltig beeinflusst.


Beide galten lange als Außenseiter, bis sie sich mit ihrer Beharrlichkeit und ihrem Schaffensfuror durchsetzten. Beide waren zeitlebens miteinander verbunden, obwohl sich ihr Werk auf den ersten Blick stark zu unterscheiden scheint.


West studierte bei Gironcoli in den 1970er Jahren an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er bezeichnete das als den „Glücksfall meines Lebens“. Gironcoli wurde sein Mentor, ließ ihm große Freiheiten, zeigte ihm aber Techniken und Materialien, die sein ganzes Oeuvre bestimmen sollten. Als West später zu einem Star der internationalen Kunstszene aufstieg, war er es, der Gironcoli zu dem verdienten Ruhm über Österreichs Grenzen hinaus verhalf.


Obwohl das Schaffen und die Laufbahnen der beiden Ausnahmekünstler nicht voneinander zu trennen sind, gab es noch nie eine West-Gironcoli-Ausstellung. In großen, bedeutenden Gruppenausstellungen wurden ihre Skulpturen zwar immer wieder kontextualisiert, aber eine eigene Schau, die nur ihnen gewidmet ist, lässt sich nicht finden.


In „Logical Disorder“ werden Wests und Gironcolis Werke nun erstmals in einen direkten Dialog gesetzt. Dabei eröffnet nicht nur die Schüler-Lehrer-Perspektive spannende Einblicke, sondern es lässt sich die generelle Ausprägung von zwei klassischen „Einzelgänger-Positionen“ beobachten, die von gegenseitigem Respekt und Austausch getragen sind.


Zum einen wird sichtbar, dass West und Gironcoli die Faszination am Kuriosen, Absurden und Bizarren verbindet. Bei beiden blitzen immer wieder „diese kafkaeske Linie“ und „eine humoreske Traum-Tag-Welt“ auf, wie West es selbst einmal nannte.


Zum anderen werden die völlig unterschiedlichen Herangehensweisen und Kunstpraktiken erkennbar, die aus dem gemeinsamen Ansatz des Skurrilen entstanden sind.


Gironcoli feiert den Apparat, West das Wesen. Gironcoli zelebriert die glatte, perfekte, metallische Oberfläche, West die zerklüftete, unebenen, geflickte Haut. Gironcoli schafft technomorphe, ritualisierte, mythologisch anmutende Körper, West scheinbar beiläufige, alltagsbezogene, zum Gebrauch einladende Objekte. Gironcoli steht für das Monumentale, die künstlerische Autorität, die aurische Geschlossenheit, West für das Fragment, das Anti-Heroische, das Partizipative, die offene Skulptur.


Beim Betrachten der gezeigten Werke werden der verbindende Ausgangspunkt und die entgegengesetzten Zielrichtungen augenfällig. West ist in der Ausstellung mit seinen typischen Sitzobjekten, berühmten „Passstücken“ und mehreren Collagen vertreten. Von Gironcoli sind unter anderem das legendäre „Brennende Kind“, seine charakteristischen Aluminiumgüsse und zahlreiche Zeichnungen zu sehen.


Der Ausstellungstitel „Logical Disorder“ (zu Deutsch „logische Unordnung“ oder „Störung der Logik“) bezieht sich sowohl auf die „verbindende Divergenz“ der Werke von West und Gironcoli als auch auf den Impetus, der beide anzutreiben scheint: Dem Dasein in all seiner Absurdität eine Gestalt zu geben.


Bruno Gironcoli (* 1936 in Villach, † 2010 in Wien), nahm an der Biennale di Venezia und der Lyon Biennale teil. Seine Arbeiten wurden u.a. im Palais de Tokyo in Paris, der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main und dem Mumok in Wien gezeigt. Franz West (* 1947 und † 2012 in Wien) war auf der Biennale di Venezia und der documenta in Kassel vertreten. Seine Werke waren und sind u.a. im MoMA New York, im LACMA Los Angeles, im MMK Frankfurt am Main, im Centre Pompidou in Paris und im Museum Ludwig in Köln zu sehen. 2011 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen der Biennale di Venezia ausgezeichnet.


Die Ausstellung „Logical Disorder“ findet in Kooperation mit der Galerie Elisabeth und Klaus Thoman, Innsbruck/Wien, statt, die das Schaffen von Franz West und Bruno Gironcoli jahrzehntelang begleitet hat.

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